Zeittafel - 900 Jahre Geschichte

Hugo von Liechtenstein
108? -  † um1142

er erbaut die Burg und ist der Stammvater der Fürsten von Liechtenstein
(= Hugo von Leesdorf 1114 und 1122, Hugo von Mödling um 1140)

Eine Urkunde König Konrad III vom Mai 1142, die in zwei t, nennt einen Hugo als Besitzer von Petronell. Hugo von Liechtenstein wird siebenmal zwischen 1120/1130/1143 erwähnt. Sechsmal im Traditionsbuch von Klosterneuburg und einmal in der "Bärenhaut" des Stiftes Zwettl. "Huc de Lihtensteine" wird auch als einer von 14 Zeugen bei den Schenkungen 1141 Herzogs Leopold IV. an das Stift Klosterneuburg genannt - ebenso wird Hugo in der Schenkung des Herzogs am 18. Oktober 1141 des Gutes Krumau am Kamp an das Stift Zwettl als Zeuge genannt. Heiratet vermutlich die die Schwester von Rapoto von Schwarzenburg-Nöstach.

ca. 30 Jahre findet sich keinerlei Nachweis in den Quellen, erst mit Dietrich I. von Liechtenstein ist uns wieder ein Liechtensteiner dokumentiert.

Dietrich I. von Liechtenstein
1178 - 1192/1200

Burg und Herrschaft Liechtenstein kommt an seinen Sohn Rapoto.

Die Familie teilt sich in die Linie Petronell-Liechtenstein (erlischt um 1300) und Rohrau-Liechtenstein (erlischt 1295 mit Diemut) und Nikolsburg – Liechtenstein führt weiter zur heutigen Fürstenfamilie.

Rapoto I. von Petronell-Liechtenstein
† nach 1195

Burg und Herrschaft Liechtenstein

Er ist kinderlos, daher kommt die Burg an seinen Neffen Albert II.

Albert II. von Petronell-Liechtenstein
1243 - 1285

Burg und Herrschaft Liechtenstein

kommt an seinen Neffen Dietrich III.

Dietrich III. von Liechtenstein-Rohrau
1230 - 1258

Burg Liechtenstein kommt an seinen Sohn Dietrich IV

Dietrich IV. von Liechtenstein-Rohrau
1258 - 1278

Burg Liechtenstein kommt an seine Tochter Dietmut

Dietmut von Liechtenstein-Rohrau
1278 - 1295

∞ Leutold von Stadeck († 1292)

Burg Liechtenstein kommt durch die Ehe an die Herren von Stadeck

Herren von Stadeck
1295 - 1384

Burg und Herrschaft Liechtenstein

6. Dezember 1328 Urkunde (in München) des Abt Heinrich II. von Raitenhaslach vergibt zu Leibgeding zwei Weingärten zu "Engelschalsdorf" an Eberhart, Pfleger zu Liechtenstein, und dessen Angehörige. Erste urkundliche Nennung der Burg Liechtenstein. Die Stadecker sterben im Mannestamm 1399 aus. Johannes von Stadeck einzige Tochter Gueta/Guta hatte das Glück, Graf Hermann II. von Cilli als starken und gewitzten Vormund zu haben: 1384 verpfändet Johann die Burg an Hermann und Wilhelm von Cilli.

Verwalter:

  • 1330 Eberhard der Schreiber
  • 1341 Eberhards Sohn
  • 1344 und 1347 Niklas der Purchstaller
  • 1367 Ulrich der Pair
  • 1368 Burgkaplan Niklas urkundlich genannt

Die Grafen von Cilli
1384 - 1483

Hermann I. (* 1332/34; † 1385)
Wilhelm (* 1361/62; † 1392)

Verwalter:

  • 1392 Hans Pusenchopfer
  • 1394 Friedrich Ottentaler
  • 1405 Hans Paur
  • 1420 Thomas Swind

Margarete von Ludmansdorf
1438 - 1444

Margarete von Ludmansdorf kauft die Herrschaft samt Burg

ihr folgte ihr Sohn Oswald Ludmannstorfer

Oswald Ludmannstorfer
1444 - ca. 1452

Ulrich II. von Cilli
ca. 1452 - 1456

Ulrich II. von Cilli (* 1407, † 9. November 1456), Graf von Cilli und Ortenburg, 1436 Reichsfürst, Ban von Slawonien

Kaiser Friedrich III.
1456 - 1458

Die Burg wird Landesfürstlich – Kaiser Friedrich III. gibt die Burg von 1456 - 1458 an Margret der Liechtenhoferin zur Pflege, die Hans Hemel zu ihrem Amtmann aus Maria Enzersdorf bestellte. Sie heiratet in zweiter Ehe 1458 Jan (Hans) Holuberzi.

Herzog Albrecht VI.
1458 - 1478

Herzog Albrecht VI. erhält mit Vertrag vom 21. August 1458 von seinem Bruder Kaiser Friedrich III, gegen einen Verzichtsanspruch auf Österreich nebst anderen auch die Burg Liechtenstein.

Herzog Albrecht überlässt die Burg und Herrschaft gegen Dienstrevers vom 25. Februar 1458 Jan (Hans) Holuberzi. Er verschafft den Franziskanern den heutigen Standort (Bauplatz) in Maria Enzersdorf.

König Matthias Corvinus
1478 - 1485

Verwalter:

  • 1478 – 1483 Konrad Auer von Herrnkirchen

Kaiser Friedrich III.
1485 - 1494

1485 fällt die Burg wieder an Kaiser Friedrich III. und in Folge an Kaiser Maximilian I., dieser löst die verpfändete Burg aus und verpfändet sie 1494 an die Fam. Prüschenk.

Verwalter:

  • 1485 - 1486 Jenco
  • 1488 - 1490 Stefan Haberler

Fam. Prüschenk
1494 - 1500

Brüder Sigmund (Kaiserlicher Rat und Hofmarschall) und Heinrich (Kaiserlich Oberster Feldhauptmann) Prüschenk, Freiherrn von Stettenberg. Nachdem die Brüder zunächst die Grafschaft und Burg Hardegg 1493 gekauft hatten, wurden sie 1499 in den Reichsgrafenstand als Grafen zu Hardegg und im Machlande erhoben.

Kaiser Maximilian I.
1500 - 1508

Kaiser Maximilian I. löst abermals die wieder verpfändete Burg aus und übergibt sie pflegeweise an seinen obersten Hauszeugmeister Bartolomäus von Freysleben.

Fam. von Feysleben
1508 - 1558

erhalten die Burg zum erblichen Lehen

Bartolomäus von Freysleben * ca. 1450/60 in Redwitz † 07.05.1511 auf Burg Liechtenstein.
Christoph von Freysleben, Hofkanzlei in Wien * 1510 gerät in osmanische Gefangenschaft.
Georg von Freysleben, Waldmeister * 1508
Bartolomäus II. von Freysleben

1515 wurden zur besseren Ausrüstung der Burg 10 Haken-, 5 Handbüchsen, 5 Armbrüste, ferner Hieb- und Stichwaffen aus dem Wiener Zeughaus nach Liechtenstein gesandt.

1529 wird die Burg von den osmanischen Armeen geplündert und verwüstet und Kaiser Ferdinand I. ordnete den Aufbau der Burg an. Georg von Freysleben konnte dieser kaiserlichen Anordnung nur teilweise nachkommen und überließ die Burg als Pfand dem Freiherrn von Pögl, welcher bereits die Burg und Herrschaft Mödling erworben hatte.

Andreas Pögl von Reiffenstein
1558 - 1584

1558 - 1584 wurden die Herrschaften Burg Liechtenstein und Burg Mödling unter Hammerherrn Hofrat Andreas Pögl von Reiffenstein, zu einer Herrschaft (Besitz) verbunden. In einer Urkunde vom 29.12.1569 wird die Burg erstmalig dargestellt.

Andreas Pögl stirbt in den Sechzigerjahren des 16. Jahrhunderts, die Burg kommt an seinen Sohn Adam Pögl von Reifenstein und dieser verkauft die Herrschaft samt Burg an seinen Schwager Wilhelm I. von Hofkirchen (* 1579 † 1584)

Wilhlem I. von Hofkirchen
1584 - 1592

seine Witwe Eva Freifrau von Hofkirchen, geb. von Pögl, überlässt "nach ordentlicher Ankündigung gehorsamts", Kaiser Ferdinand II. die Burg zur Pfandlösung. Welcher die Burg an seinem Diplomaten Hans Freiherrn von Kevenhiller als verpfändetes landesfürstliches Kammergut übergab.

1573 wird noch wöchentlich eine Messe in der Burgkapelle gefeiert.

Hans von Khevenhiller Frh. zu Aichelberg
1724 - 1748

welcher die Burg und Herrschaft mit 13. Juli 1613 von Kaiser Ferdinand II. kaufte. Testamentarisch vermachte er am 12.8.1605 die Herrschaften seinem Bruder Freiherr Barthelmä Khevenhüller und seinem Vetter Augustin II. Im Herbst 1610 übernahm sie Barthelmä, überließ sie aber 1612 wieder endgültig an Augustin Khevenhüller, der auf der Burg seinen evangelischen Glauben leben konnte. Er vererbte die Burg weiter an Barthelmäs Sohn Georg Augustin († 11. 3. 1653) und dessen Enkel Ferdinand Josef († 21. 10. 1668), dann an deren Verwandte Barthelmä († 28. 6. 1678) und Franz Christoph Khevenhüller († 11. 9.1684) Im Stammbaum der Familie, der 1625 entstand wird im Hintergrund die Burg Liechtenstein abgebildet.

1596 errichtete der Verwalter Georg Wiesing, da die Burg nicht mehr bequem war, beim heutigen Schloss Liechtenstein einen Herrensitz, der die Namen Edelhof, Lichtenegg oder Wiesinghof bekam.

1607 bemächtigt sich der ungarische Rebellenführer Bocskays der Burg, Augustin von Kevenhiller erstürmt die Burg und setzt Bocskay auf der Burg gefangen.

1610 die Grafen von Kevenhiller bauen die Burg aus

1683 wird der Rest, des in seinen Einkünften geschmälerten Benefiziums der Burgkapelle mit der Wiener St. Pankratius Seminaruim vereinigt.

1683 wird die Burg durch die osmanischen Angriffe eingenommen und schwer beschädigt, lediglich die gotische Vorburg bleibt mit dem Hauptgebäude als "ödes Gemäuer" bestehen. Sie dienen als Zufluchtsort für die Bevölkerung. Die Burg kommt 1686 durch Zwangsverkauf an ...

Hans Ludwig Mittermayer von Waffenberg zu Mödling
1686 - 1777

Er ließ das der Burg gegenüberliegende Schloss wiederherstellen

Sohn: Johann Ludwig von Waffenberg † 1718
Sohn: Karl von Waffenberg
Enkel: Franz von Waffenberg verkauft die Herrschaft und Burg an ...

Josef von Penkler
1777 - 1799

Er lässt zwischen der Burg und dem südlichen Berghang (heutigen Schloss) einen kleinen englischen Garten anlegen und lässt im Inneren der Burg Treppen und Räume sanieren. Die Vorburg lässt er "behausen" und den Hirten als Unterschlupf über. Er ließ erste Arbeiten an der Burg durchführen

Stanislaus Fürst von Poniantovsky
1799 - 1807

Neffe des letzten polnischen Königs.

Fürst Johann I. Josef von und zu Liechtenstein
1807 - 1836

Fürst Johann Josef I. von und zu Liechtenstein kauft am Weihnachtstag 1807 um 411.000 Gulden in Bancozetteln die Herrschaft Liechtenstein und Mödling. 1809 lässt er das der Burg gegenüberliegende Schloss Liechtenstein erbauen.

1821 wird ein Teil der Ringmauer der Burg anlässlich der Erbauung des Schlosses abgetragen. Er lässt die Burg romantisch sanieren und den heutigen Eingang schaffen. Unter anderem lässt er den gotischen Küchentrakt über dem Kapellentrakt abreißen um eine Rüstkammer zu errichten. Er lässt Gemälde und Waffen aus Feldsberg in die Burg bringen und stattet verschieden Räumlichkeiten, als Ahnengalerie aus.

Fürst Alois II. von und zu Liechtenstein
1836 - 1858

Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein
1858 - 1929

Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein lässt die Burg zwischen 1883 und 1903 Generalsanieren. Mit den Umbauarbeiten wird der Architekt Gangolf Kayser betraut, nach seinem Tod 1895 übernimmt Humbert Walcher Ritter von Moltheim diese Aufgabe. 1899 wird Egon Rheinberger aus Vaduz miteinbezogen und liefert 1899 den Plan für die Umgestaltung des Westturmes (Heinrichturms). Ab diesem Zeitpunkt (1900) werden regelmäßig Führungen durch die Burg abgehalten.

Fürst Franz I. von und zu Liechtenstein
1929 - 1938

er wurde am 28. August 1853 auf Schloss Liechtenstein geboren

Franz Josef II. von und zu Liechtenstein
1938 - 1989

1945 wird die Burg von 3 Granaten getroffen und im Heinrichturm werden zwei Holzdecken vernichtet, sowie die Inneneinrichtung und das Archiv geplündert.

1948 – 1968 wird die Burg an die Nö Pfadfinder verpachtet

1951 am 11. März wird der Altar der Burgkapelle durch Dr. Franz Jachym konsekriert

1968 - 1984 wird die Burg einer Betriebsgesellschaft (Fürstenhaus und Marktgemeinde Maria Enzersdorf) übergeben

1984 pachtet die Marktgemeinde Maria Enzersdorf die Burg

1987 Fürstin Gina von und zu Liechtenstein stiftet eine Glocke, welche am 24. Mai vom Abt Bonifaz Sellinger vom Schottenstift/Wien geweiht wird.

Hans Adam II. von und zu Liechtenstein
seit 1989

die Burg wird 1989 in die private Stiftung Fürst Liechtenstein eingebracht.

2007 die Marktgemeinde Maria Enzersdorf kündigt den Pachtvertrag

2009 werden als erste Sanierungsmassnahme Dachstuhl und Dächer erneuert

Seit Herbst 2009 ist die Burg wieder verpachtet und wird über die Burg Liechtenstein Betriebs GmbH als Tourismus- und Museumsbetrieb geführt.